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Einsam
Hallo!
Für den, der mich nicht kennt, möchte ich mich gerne vorstellen. Ich bin Poldi, ein wunderschön und geschmackvoll
in rot weißem Schutzlack eingekleideter Straßenabsperrpfosten. Meine Heimat ist in Hülchrath und ich habe auf der
Jahnstraße mein Domizil aufgeschlagen.
Jedes Jahr im Sommer findet ein Ereignis statt, das mein kleines Herz vor Freude hüpfen lässt. Ich bekomme
dann Besuch von vielen netten Menschen, die in prachtvollen Gewändern mit
strahlenden Augen an mir vorüberziehen.
Aber das schönste für mich ist diese wundervolle Musik... Es gibt nichts schöneres für einen kleinen Kerl wie mich,
der das ganze Jahr in fast trübseliger Stille ausharren muss, als das Erklingen von Fanfaren, Hörnern und Trommeln.
Allerdings wurde meine Freude im letzten Jahr durch ein Ereignis getrübt, das mich ziemlich verwirrt und gleichzeitig
betrübt hat. Ich lauschte gerade verzückt den Klängen der mächtigen Posaunen und dem immer wiederkehrenden
Takt der Pauken. Mein Blick war wie immer auf die netten Menschen gerichtet, die der Musik folgten, als plötzlich die
Luft erzitterte und die liebliche Musik durch ein lautes Dröhnen übertönt wurde. Ich drehte mich erschrocken um, und
sah einen dieser Menschen, der ebenfalls eines dieser schönen Gewänder trug, von einem riesigen knatternden
Ungetüm springen und mit einem Stock in der Hand auf mich zugehen. Dann steckte der Mensch diesen Stock in
meine Seite und ging dazu über, meinen Kopf zu greifen und mich in die Höhe zu
ziehen??? Nicht nur, dass mich dieses große Ungetüm erschrecken musste, ich
meine Musik nicht weiter genießen konnte, nein, jemand versuchte auch dem Sinn
meines Absperrpfostenlebens den Garaus zu machen, indem ich einfach entfernt
werden sollte. ABER NICHT MIT MIR!!!!!
Ich schaltete trotz meiner Verwirrung schnell, und spreizte meine Füße mit aller Kraft. Der Mensch zog und zerrte an mir,
doch es gelang ihm nicht, trotz seiner unbändigen Kraft, mich von meinem geliebten Platz zu entfernen.
Er rief
dann seine Freunde zu sich, wobei er gar nicht mehr so freundlich wirkte, wie ich es von den Menschen gewöhnt bin. Ich
musste mit aller Kraft kämpfen als man versuchte, durch gemeinsame Kraftanstrengung, mir den Platz streitig zu machen.
Sie hatten aber nicht mit meiner Verzweiflung gerechnet, die mir den Mut gab, mich gegen diese unwürdige Behandlung
zu wehren. Nachdem die Menschen erkannten, dass mein Wille stärker war als all ihre Kraft, steckten sie die Köpfe
zusammen und mussten nun beratschlagen ob der weiteren Vorgehensweise. Zu meiner Erleichterung zogen sich die Menschen,
nachdem sie noch einen bösen Blick auf mich geworfen hatten, wieder auf ihr donnerndes Ungetüm zurück, welches dann
rückwärts fuhr, bis ich es nicht mehr erkannte...
Nun war ich wieder allein, die freundlichen Menschen waren weitergegangen und von meiner geliebten Musik war nichts
mehr zu hören. Ich warte jetzt schon sehnsüchtig auf den Sommer, der mir wieder die netten Menschen bringt die meine
Einsamkeit erträglich machen. Wo ich doch so gerne Musik höre............
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